50 Euro Schein auf dem Boden
Kommentare 1

Unfassbar! Dieser Mann findet 50 € – unglaublich, was er anschließend damit macht!

Moin. Zu den Dingen, die man auf dem Bahnhof Köln-Mülheim nicht vorrangig auf dem Fußboden findet, zählen Blasinstrumente, kein Schmutz und größere Geldbeträge. Umso besser sollte man sich überlegen, was man tut, sollte mal ein 50-Euro-Schein dort herumliegen. Ausführungen zum Fundrecht findet ihr in diesem Artikel ebenso wie ein paar Ideen, wer sich in der Region ebenfalls über eine Handvoll Dollar zu viel von euch freuen würde.

Die heutige Geschichte:

Was tun bei:

💶 5 Euro gefunden
💶 💶 10 Euro gefunden
💶 💶 💶 20 Euro gefunden
💶 💶 💶 💶 100 Euro gefunden
💶 💶 💶 💶 💶 200, 500 oder 1000 Euro gefunden

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Dass der heutige Artikel überhaupt zustande kam, ist dem Zusammentreffen mehrerer Zufälle zu verdanken. Normalerweise ist es schließlich nicht der Fall, dass ich

  1. einen Wäscheständer nach der Arbeit kaufe,
  2. gleich mehrere Leute bei Woolworth, wo ich ihn kaufe, in der Warteschlange Rabatz machen,
  3. eine Fahrkarte benötige und
  4. diese in Köln-Mülheim noch am Automaten kaufen muss.
Fahrkartenautomat Köln-Mülheim

Ungefähr 1x im Jahrzehnt findet man hier Euro-Scheine

War nun aber an einem der letzten Montage so. Den jeweiligen Hergang dieser Umstände zu erläutern, verzichte ich mal.

Wichtig ist, ich stand mit der „weißen Ware“ unterm Arm vor dem obigen Automaten, und fuchtelte an den Tasten herum. Fand im Menü nicht, was ich suchte, befand, dass ich ja später für den Kauf noch Zeit besäße, und ließ den hinter mir Wartenden dran.

50 Euro auf dem Boden gefunden – was tun nun?

Ich stellte mich etwas abseits an die Seite, mit dem Rücken zum Automaten. Auf einmal höre ich es leise fluchen.

„Verdammt! (…) 50 Euro, unglaublich!“

Konnte ich mir erstmal keinen Reim drauf machen. Es klang allerdings sehr ärgerlich. Kurz darauf stapfte ein Mann auch schon an mir vorbei, mit seinem Portemonnaie in der Hand, in Richtung des relativ neu eröffneten Backstores an der Südseite.

Ach wie schön, dann kann ich ja weiterfuchteln, dachte ich. Ich sah auf dem Display des Automaten, dass der Herr einen Fahrschein von 12 Euro von Köln nach Bonn kaufen wollte. Seinen Groll verursachten höchstwahrscheinlich drei Dinge:

  1. der hohe Fahrpreis allgemein,
  2. dass sein Zug jede Minute fuhr,
  3. sowie der Hinweis, dass das Rückgeld ausschließlich in Münzen auf ihn warten würde – kein Bug der Bahn, sondern ein bundesweites Phänomen.
50 Euro auf der Erde

Szene nachgestellt, allerdings zu Hause 😉

Ich drehte mich nun nochmal nach ihm um, um ihm eventuell nochmal Platz zu machen, falls er sich schon auf dem Rückweg zum Automaten begeben hätte. Alles, was ich aber sah, war ein zu einem Drittel gefalteter, etwas geknickter Fuffi auf dem Boden!

Kein Rubbellos, kein Werbeprospekt, keine Kaugummischachtel oder irgendetwas anderes, was wir Fußgänger so oft als Geld auf dem Boden fehldeuten.

Heureka, ein Fest – wirklich?

Unterschiede: Finden, Inspizieren, Hinterhertragen…

Köln-Mülheim Bahnhof

Köln-Mülheim

Schon Herbert Grönemeyer sang:

„Wann ist ein Fund ein Fund? Höööööö!“

Und hatte nicht Unrecht damit. Ich hatte das Entgleiten des Fuffis aus den Händen des Herrn nun nicht live gesehen, aber es war maximal 1 Minute lang her und der mutmaßliche Besitzer war noch in erreichbarer, räumlicher Nähe.

Es war mir also zumutbar, den Eigentümer des Geldes aufzusuchen und die verlorene Sache zurück zu geben. Zugegeben hätte es auch etwas absonderlich ausgesehen, wenn ein mit einem Wäscheständer bepackter Mann zügigen Schrittes aus dem Bahnhof davonliefe.

Alternativ hätte ich den Schein auch nur angucken, „inspizieren“ (Rechtssprache) und wieder an Ort und Stelle ablegen können. Aber ich zweifle, ob wir das Geld dann je wiedergesehen hätten ;-). Auch ist nicht klar, ob die hehren Hallen des Bahnhofs Köln-Mülheims nun zu den

„Räumen einer Behörde, (…) den Beförderungsmitteln einer Behörde oder (…) öffentlichen Verkehrsmitteln“ (§978, Abs. 2 BGB)

gehören, denn dann hätte einem Finder auch das Abgeben nichts gebracht, da dort ein Finderlohn nur für Sachen über 50 Euro ausgezahlt wird.

Keinen Finderlohn verlangt

100 Euro Schein

Falscher 100 Euro Schein auf dem Boden 🙂

Die Umstände sprachen also alle für eine „Rücküberweisung“ an den guten Mann. Alle? Ja, alle, denn auch das letztentscheidende Kriterium (allerdings nur meinem Empfinden nach) war hier positiv:

Es gibt Menschen, denen man so etwas wie 50 € gern zurückgibt – und es gibt die anderen. Das sind Zeitgenossen, die einem das Samaritertum nicht abnehmen und dir unterstellen, dass man ihnen gar noch mehr „geklaut“ hätte.

Aber das war hier nicht der Fall. Ich überlegte noch kurz, als ich zu ihm ging, ob ich den noch eingeschweißten Wäscheständer ganz plakativ mit der Seite zu ihm drehe, wo das A4-Schild mit dem Sonderangebotspreis von 19,99 € prangerte. Habe ich dann aber doch gelassen. Der Mann hat sich sehr gefreut und sich mehrmals bedankt.

Bei welcher Fundsumme würdet ihr schwach werden?

Der etwas peinlichen Situation, nach der Rückgabe noch erwartungsvoll stehen zu bleiben und so auszusehen, als ob man einen etwaigen 5%igen Finderlohn verlangte, entging ich durch zügiges Davonstieben. Es war ja wirklich mehr ein Hinterhertragen. Wenngleich der Mann nichts von seinem Verlust gemerkt hatte und schon einen seiner anderen Scheine im Backstore tauschen wollte.

Aber nun ein paar Gedankenspiele:

  • Welche Geldsummen würdet ihr selbst behalten, und welche abgeben?
  • Wo würdet ihr Geld im Falle des Falles abgeben?
  • Käme es darauf an, wie hoch die Chance ist, den Besitzer wiederzufinden, z.B. ob das Geld in einer Börse war? Käme es dann auch auf die „Nase“ desjenigen an?

Ich gebe euch mal ein paar Anregungen mit möglichem Einkaufsgegenwert der jeweiligen Summe – auch aus dem Grunde, da ich nicht jede der nun folgenden Summen mit einem Bild darstellen kann (bei 18 Mark 90 hört es schon auf). Auf das Fundrecht gehen wir dabei auch noch einmal ein.

💶 5 Euro gefunden – was tun?

Röggelchen

Der Trend geht zum Giralgeld – das zeichnet sich mehr und mehr ab. Einen Fünfer hat man aber durchaus noch dabei. Findet ihr nun einen fremden 5€-Schein und kauft euch dieses Röggelchen für 70ct, dann wird euch kaum einer der Fundunterschlagung bezichtigen.

Kennt ihr denjenigen jedoch, der sich von dem Geld selbst einen Halven Hahn zubereiten wollte, liegt die Sache anders. Das sei der Vollständigkeit und unseres Erziehungsauftrages halber mit erwähnt.

💶 10-Euro-Schein gefunden – ab ins Fundbüro?

Kombiticket Wuppertaler Schwebebahn © Landesblog NRW

Kombiticket für die Wuppertaler Schwebebahn mit exaktem Fahrpreis in Münzen und Scheinen © Landesblog NRW

Findet ihr kurz vor einer Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn einen 10€-Schein, reicht das für ein Kombiticket dort. Juristisch gilt das gleiche wie beim Fund von 5 Euro. Ob aber jemand wegen eines Zehners zur Polizei oder zur Gemeindeabgabestelle geht…

💶 20 Euro auf dem Friedhof gefunden

Haltestelle Melaten in Köln © 2015 Landesblog NRW

KVB-Haltestelle Melaten in Köln

Vermehrt finden Leute fremdes Geld übrigens während ihres Besuchs auf dem Friedhof. Ob es beim Niederknien zur Grabespflege oder einer Unachtsamkeit nach dem Kauf des neuen Blumengestecks liegt, wissen wir nicht. Von 20 Euro kann man auf dem Melaten eine Führung (Erwachsene 11,50 €) buchen – oder das Geld für den Erhalt des eigenen spenden.

💶 100 Euro gefunden – was macht ihr?

Originalgebäude der RTL-Serie Die Wache © Landesblog NRW

Originalgebäude der „Wache“, gut an den Bäumen zu erkennen

So langsam kommen wir in Bereiche, wo Leute dann schon gefälschte Geldscheine vermuten. Das betrifft wohl alle Geldscheine ab 100 Euro aufwärts. Von einem Hunni könntet ihr euch die ersten drei Staffeln der Fernsehserie Die Wache auf DVD holen (je etwa 13 Euro). Vorher müsstet ihr aber echt prüfen, ob:

  1. der Hunderter keine Blüte ist und
  2. ihr ihn nicht doch abgebt, was ihr müsstet.

💶 200, 500 oder 1000€ gefunden – wie sehen die überhaupt aus?

Parkbank Spende mit Loriot Figur in Bremen

Auch eine Parkbankspende steht immer im Raum – am besten mit Loriot-Figur

Ich wüsste zugegeben aus dem Stand heraus nicht, in welchem Design die 200er oder 500er daherkämen. Diese auf der Straße liegend, wohl auch genauso wenig für voll nehmen.

Bei solchen für mich schon astronomischen Summen, deren Fundort vielleicht gar noch der Anschein einer Deponierung innewohnt, hätte ich wohl auch Schiss, in irgendeine kriminelle Sache hineinzugeraten. Ich würde die violetten bzw. gelben Prachtstücke wohl auch nur „inspizieren“.

Eventuell noch davon träumen, was man damit anstellen könnte. Zuwendungen von 200 bis 1000,- könnte man natürlich in soziale Projekte stecken. Sollte ein Privatier dies also lesen…hier ein paar (allerdings persönlich motivierte und lokal fokussierte) Anregungen, ohne Wertung in ihrer Reihenfolge:

Unterstützenswerte Ideen

➜ der Godesberger Schachklub in Bonn muss jedes Jahr schauen, wie er seine Saalmieten stemmen kann

➜ für die Obdachlosenhilfe in Köln gibt es verschiedene Adapter, um zu helfen

➜ der Förderverein Schola Nostra der Kölner Liebfrauen-Schule erleichtert Schülern das Lernen

➜ der Caterer vitesca unterstützt den Jugendsport in Wuppertal

➜ und auch die Gottesdienste der KfO in Gummersbach finanziert nicht der Herr alleine…

(Visited 264 times, 1 visits today)

Noch einen Artikel lesen...

1 Kommentar

  1. Thomas

    Die Menschen reagieren schon sehr unterschiedlich auf solch einen Fund. Ich glaube man muss erst selbst in so einer Situation stecken, denn vorher kann man immer sagen, dass man gefundenes Geld zurück gibt, aber ich glaube, je höher der Betrag ist, umso schwerer fällt es den Menschen.

Schreibe eine Antwort