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Erneut auf dem Melaten Friedhof in Köln 2016

Nach über 6 Jahren muss ich mich dieser Tage von einem meiner Email-Postfächer verabschieden, eins, das ich noch aus Unizeiten besaß und dessen Laufzeit nun abgelaufen ist. Das kommt einem dann so vor, als ob man mit ein paar bedeutenden Mails, die für immer verschwinden werden, ein paar Freunde gehen fühlt. Zum Glück kann ich alles Wichtige ins nächste Postfach weiterleiten. Im echten Leben geht das natürlich nicht, nicht einmal Kölner können sich zur Unzeit irgendwohin beamen. Für viele von ihnen endet der Weg auf dem Melaten Friedhof, Kölns größter Grabstätte, wo auch viele VIPs bestattet sind.

Update September 2016: Nachdem ich letztes Jahr im Winter da war, habe ich dieses Mal unter anderem Guido Westerwelle einen Besuch abgestattet. ➜ Zur Übersicht der Prominentengräber

Winter und Sommer – Öffnungszeiten des Melaten

1. April bis 30. September 7 bis 20 Uhr
1. Oktober bis 31. Oktober 7 bis 19 Uhr
3. November bis Ende Februar 8 bis 17 Uhr
1. März bis 31. März 8 bis 18 Uhr

  • Allerheiligen (1. November) 8 bis 19 Uhr
  • Allerseelen (2. November) 8 bis 19 Uhr
  • Heiligabend (24. Dezember) 9 bis 16 Uhr
  • 1. Weihnachtstag (25. Dezember) 10 bis 17 Uhr
  • 2. Weihnachtstag (26.Dezember) 10 bis 17 Uhr
  • Silvester (31. Dezember) 9 bis 16 Uhr
  • Neujahr (1. Januar) 10 bis 17 Uhr

Es ist bereits der zweite Versuch, dem Melaten Friedhof einen Besuch abzustatten. Im Januar war ich eines Samstagmorgens an der Haltestelle der Tram entstiegen und schon bis an die Pforte gelangt – da stürzten kiloweise Schneeflocken auf Köln hinunter. Man konnte die Hand vor Augen kaum noch sehen, und die Grabsteine dürften im Nu zugeweht worden sein.

Da ich der Typ, der jetzt über den Friedhof irrt und reihenweise Grabsteine freiwienert, eher nicht bin, kam ich letztes Wochenende bei schönem Wetter hin. Um auch ja nicht mit einem Anhänger einer okkulten Sekte verwechselt zu werden, gab ich mich so unauffällig wie möglich. Neben mir war noch der ein oder andere Grabtourist auf Achse, ich hatte allerdings mit noch mehr gerechnet.

Haltestelle Melaten in Köln © 2015 Landesblog NRW

KVB-Haltestelle Melaten in Köln

17 Uhr ist im Winter sonntags allerdings Schicht im Schacht, und wer nicht gerade den Menschenalptraum, einmal auf dem Friedhof eingeschlossen zu werden nachts, wahr werden lassen will, der spute sich, rechtzeitig die richtigen der über 55.000 Ruhestätten auszukundschaften, die einen Blick drauf zu werfen Wert sind.

Warum der Melaten Friedhof so heißt und andere death facts

Haupteingang Melaten Friedhof © 2015 Landesblog NRW

Haupteingang des Melaten Friedhofs Aachener Straße

Melaten war eine Siedlung, die ursprünglich gar nicht zu Köln gehörte. Auch in einer der ältesten Städte Deutschlands haben die Römer nicht sofort alles in der Umgebung okkupiert, sodass im 12. Jahrhundert Melaten erst eingesiedelt wurde.

In dieser neu hinzugekommenen Ortschaft wurden Todkranke und Menschen mit scheinbar und tatsächlich hochansteckenden Krankheiten hin verfercht, daher auch der Name: die Maladen è Melaten, you know. Europas größtes Siechenhaus entstand auf diese Weise. Traurig, aber Geschichte.

In diesem Zirkel wurden zwar in regelmäßigen Abständen die Toten zu Grabe getragen, es entwickelten sich aber auch soziale Gefüge bzw. eine Bruderschaft der Melaten. Wenngleich „zu Grabe getragen“ falsch ist, die Toten wurden eher lieblos verscharrt. Das erste offizielle Begräbnis fand erst 1810 statt.

Religiöse Grabsteinbemalung © Landesblog NRW

Älteres Grab auf dem Melaten Friedhof

Zwischendurch war Melaten im 16. Jahrhundert auch ein „belebter“ Exekutionsplatz. Stichworte hier wären:

  • Hexenverbrennungen,
  • Judenhatz und
  • der Armsünderkarren (kann bei Interesse nochmal tiefer recherchiert werden).

Am Eingangsschild ist zu lesen, dass ein Mann auf seinem Eroberungsfeldzug durch Europa auch hier in Köln ein Dekret erließ, das den Melaten zum offiziellen Friedhof qualifizierte. Tote (aus den normalen Schichten) sollten nicht mehr innerhalb der Stadt zur letzten Ruhe gebracht werden, sondern außerhalb. Napoleon hatte es halt schon immer mit der Hygiene gehabt.

Vorsicht, Antithese jetzt: Der Melatenfriedhof war – geboren.

Der Melaten Friedhof als Touristenattraktion

Gräber auf Hwg Hauptweg Melaten Friedhof © Landesblog NRW

Gräber auf dem Hauptweg (Hwg.) des Melaten Friedhofs

Mh, Touristenattraktion, nun gut. Ein bisschen schäbig habe ich mich dennoch gefühlt, als ich mit Kamera unterm Jackett die Grabesreihen abgegangen bin. Schließlich befanden sich ja auch Leute unter den Friedhofsbesuchern, die dort ihre Angehörigen haben.

Damit ich keinen von ihnen mit diesem Artikel verstoße, werden auch nur die eh schon tausendfach im Netz befindlichen VIP-Grabsteine mit Namen abgelichtet und etwas zu diesem und jenem erzählt.

Bemerkenswert fand ich aber trotzdem, dass viele Leute dort bestattet sind, namensgleich mit Kölner Stadtteilen, Haltestellen und anderen Städten wie Gladbach oder Frechen. Sogar Kölsch hieß jemand. So, aber nun zum Kernthema des Artikels!

Idylle des Melaten: Gießkannen und Grünschnitt-Drahtgitterkörbe

Gießkannen auf Friedhof © 2015 Landesblog NRW

Gießkannen auf dem Friedhof

In einer angenehmen Friedhofsluft die Seele baumeln lassen und ein paar Damalige aufsuchen – das machen vielleicht dann doch nur leicht Beschränkte, aber wer kann sich davon schon mit letztendlicher Sicherheit freisprechen 😉

Mein werktägliches Büro lasse ich hinter mir, auch all die Huster und Nieser unter Kollegen und Fahrgästen der KVB. Hier, im leichten Sprühregen bei etwa 12 bis 13 Grad, kehrt die totale Stille ein, besonders im Nordteil des 435 Tausend Quadratmeter großen Areals, da die Überväter und –mütter Kölns fast ausnahmslos im Südteil vom Melaten liegen.

Zwei Gegenstände, die ich seit (Vorsicht, nächste Antithese!) Kindes Beinen an auf Friedhöfen erinnere und seitdem auch fest damit verbinde, sind:

  1. Die Behälter für Grünschnitt. Diese sind genaugenommen Drahtgitterkörbe, aus deren Löchern die Äste und Zweige des vergangenen Grabgrüns ragen.
  2. Die verschiedenfarbigen Gießkannen, die, in einer Reihe an Haken angehangen, den Grabpflegenden zur Verfügung stehen. Die bunten Wasserspeicher sind jedoch nicht die einzigen belebenden Elemente.

Die einzigartige Architektur und Gestaltung des Melaten Friedhofs

Eichhorn auf Grabstein

Eichhorn huscht auf einem Grabstein entlang

Der Melaten beeindruckt durch kreative Grabgestaltungen, ein eindrucksvolles Ineinandergreifen von menschlichen Artefakten mit der Fauna und Flora sowie die Grabwege strukturierenden Flure und Plätze mit Statuen, Skulpturen und, natürlich, dem Who is Who der Kölner Stadtgeschichte.

Dabei steht Neu neben Alt, Gotisch neben Renaissance, Vogelnester in Eichhörnchenrevieren, Katzen, Füchse, große Kapellen und die VIPs, natürlich immer direkt am Weg.

Nur eine durchaus bekannte Dame und hier Bestattete hat ihr letztes Domizil nicht prominent am Wegesrand gefunden. Ich schätze sie mal so ein, dass das vielleicht auch auf eigenen Wunsch hin so geschah. Schade, denn ganz besonders gern „zu ihr“ wollte ich, um ein bisschen zu plaudern.

Welche Prominenten sind auf dem Melaten Friedhof begraben?

So, der Rundgang startet! Sollten euch übrigens die Litaneien über den ein oder anderen für euch unbekannten Prominenten nicht interessieren, könnt ihr auch von hier aus durch Klick auf die jeweilige Zeile dahin navigieren, wohin ihr möchtet. Zurück zu dieser Übersicht gelangt ihr ebenfalls durch Klick auf den kleinen Link unterhalb eines Abschnitts.

Grab von Helma Seitz auf dem Melaten Friedhof

Grab von Helma Seitz auf Melaten Friedhof

Screenshot von http://www.knerger.de/html/seitzhelschauspieler_20.html

Gerne wäre ich, wahrscheinlich einer der wenigen, gewesen, die zu dem rundlichen Grabstein mit der Rosenzier gekommen wären. Anders als bei sämtlichen weiteren Gräbern sind für das Grab der Volksschauspielerin Helma Seitz nämlich keine Koordinaten aufzufinden.

Da hat sich jemand gut vor neugierigen Blicken geschützt. Hier seht ihr das Grab von Helma Seitz, auch bekannt unter ihrem Filmkosenamen „Rehbeinchen“, wie Erik Ode die 1913 in Offenbach geborene Helma Seitz in der 70er Jahre Krimiserie „Der Kommissar“ nannte. Die Schauspielerin agierte darin sieben Jahre lang als Sekretärin von Ode, alias Kommissar Keller. Original S/W-Fernsehen, ihre wohl bekannteste Rolle.

Wie schon gesagt, ich habe nicht in echt davorgestanden, sondern muss mir mit einem Screenshot einer anderen Seite behelfen. Ich bin, zuerst systematisch, dann noch im Zickzack, aber stets erfolglos über den Melaten gelaufen und habe den charakteristischen Stein aber nicht gefunden. Nach dem 54.500sten Grab von 55.000 dachte ich – wird eh nichts mehr 😉

Helma Seitz hatte auch vor dem „Kommissar“ schon Rollen, allerdings anscheinend noch nicht in der UFA. Vor allem nach der gemeinsamen Zeit mit Erik Ode, Günter Schramm, Reinhard Glemnitz und den Gebrüdern Wepper spielte sie weiterhin im deutschen Fernsehen die Rolle von Grandes Dames. Helma Seitz starb 1995 in Köln.
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Das Familiengrab Millowitsch auf dem Melaten Friedhof

Grab von Willy Millowitsch und Familie auf Melaten Friedhof

Grab von Willy Millowitsch und Familie auf dem Melaten Friedhof

Kölns großer Sohn Willy Millowitsch liegt hier, an der ausgewiesenen Stelle Flur 72A (direkt an der Sekante eines großen Rondells) im Familiengrab der Millowitschs begraben. Er, einer der bekanntesten deutschen Volksschauspieler, hat auch postum einen regen Zulauf zu verzeichnen: Blumen und Gestecke weniger, dafür aber eine Botschaft eines jungen Fans (wenn man der Schrift nach urteilt).

Fan Notiz am Millowitsch Grab

Ein Gruß eines Fans an Willy Millowitsch

„Lieber Willi! Danke für die schönen Lieder (, z.B. ) Altstädter Marsch!“

Dein Dominic Flemmer

Datiert vom Sommer 2010, begeistert Willy Millowitsch (1909-1999) noch immer mit seinem künstlerischen Nachlass Jung und Alt. Neben ihm ruhen hier unter anderem auch seine Schwester Lucy Millowitsch und Frau Gerda.

Sein Sohn Peter, der übrigens auch einmal einen Gastauftritt in unserer bekannten Fernsehserie Die Wache hatte (Folge „Der Augenzeuge“), hat ebenso wie zwei weitere von insgesamt vier Kindern Willy Millowitschs die Liebe zur Schauspielerei beruflich selbst aufrechterhalten, und ist heute Intendant des Willy-Millowitsch-Theaters in Köln.

Vater Millowitsch wurde 90 Jahre alt und zu den Stufen seines Familiengrabs beerdigt. Zuvor wurde seine Totenmesse im Kölner Dom abgehalten – eine Ehrung, die einem Nichtanhänger der Kirche auch nicht alle Tage zuteil wird.
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Gräber von Gunther Philipp, René Deltgen, Gisela Uhlen & Willy Birgel

Relativ früh stoße ich bei meinem Besuch auf dem Melaten auf eine illustre Gruppierung vierer Schauspielergräber. Es scheint, als ob sich dieses Quartett, im Bereich Lit. D (Lit. D steht für Littera D, also Buchstabe) des Melaten und in nächster Nähe zueinander, noch so allerhand zu erzählen hätte…

Grab von Gunther Philipp auf Melaten Friedhof

Grab von Gunther Philipp

Den österreichischen Schauspieler Gunther Philipp erinnere ich besonders wegen seiner Rolle in „Die Supernasen“ (1981) als Programmdirektor Müller-Hammeldorf. Besonders in den 50er und 60er Jahren war er aber schon ein gefragter Komödiant in deutschsprachigen Filmen. In „Banana Joe“ spielte er sogar an der Seite Bud Spencers.

Auf Gunther Philipps Grabstein steht auch sein bürgerlicher Nachname Placheta, sowie ein akademischer Titel. Der 1918 geborene Schauspieler lebte zuletzt in Bonn Bad Godesberg und starb im Jahre 2003.

Grab von Renè Deltgen auf Melaten Friedhof

Grab von Renè Deltgen

Direkt neben ihm ruht der Charakterdarsteller René Deltgen (1909-1979), mit dem ich vor allem die Rolle des „Hexer“s in der Edgar-Wallace-Filmreihe verbinde. Aber auch er startete gleichwohl seine Filmkarriere schon weit früher, in der UFA, und war auch ein vielbeschäftigter Synchronsprecher.

René Deltgen starb Ende der 70er Jahre in Köln. Seine Grabinschrift ist seiner handschriftlichen Unterschrift nachempfunden. Wer’s mag, warum nicht. Auch die Dame neben ihm hat sich für diese Art der Insignien entschieden…

Grab von Gisela Uhlen auf Melaten Friedhof

Grab von Gisela Uhlen

Eh ihr es vielleicht vermutet, nein René Deltgen war nicht mit Gisela Uhlen verheiratet. Statistisch gesehen hätte es nicht verwundert – aber auch bei insgesamt sechs Ehen der Uhlen war Deltgen nie unter den Ehemännern. Nichtsdestotrotz liegen sie Seit an Seit auf dem Melaten Friedhof.

Gisela Uhlen (1919-2007) war sowohl UFA-, DEFA- als auch ein BRD-Filmstar und wechselte oft die Landesgrenzen, im Zuge ihres Tuns und ihrer Partner. Gisela Uhlen trat in Serien wie „Derrick“ und „Der Kommissar“ auf, später auch im „Forsthaus Falkenau“. Sie starb vor 8 Jahren in Köln und wurde auf dem Melaten beigesetzt.

Grab von Willy Birgel auf Melaten Friedhof

Grab von Willy Birgel

Das Grab des in Köln geborenen Schauspielers Willy Birgel (1891-1973) unterscheidet sich von den bisher gesehenen. Unter seiner Palette sind noch weitere Personen, wahrscheinlich Bekannte oder Familienangehörige, bestattet, und das steinerne Kreuz ragt etwas vergilbt schon aus der Erde empor.

Birgel spielte vor und nach dem Krieg in deutschen Spielfilmen mit, seine größte Zeit hatte er allerdings in der UFA. Das Theaterspielen lernte er in Köln, in den 1910er Jahren. Er starb im Alter von 82 Jahren in der Schweiz, wurde aber zur Beerdigung auf den Melaten in Köln überführt.
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Grab von Dirk Bach – die jüngste Pilgerstätte auf dem Melaten

Dirk Bachs Grab auf dem Melaten Friedhof in Köln

Dirk Bachs Grab auf dem Melaten Friedhof in Köln

Das in schrillen Farben gehaltene Grab des in Köln geborenen, relativ jung verstorbenen Komikers Dirk Bach (1961-2012) ist eine der bekanntesten VIP-Gräber der Domstadt. Insbesondere junge Leute pilgern, wahrscheinlich an den nicht so verregneten Tagen, hierher zum Weg C des Melaten.

Es ist auch Bestandteil einer jeden Gruppenführung, die an beiden Wochentagen von kundigen Führern gegen einen Obolus von etwa 10 Euro (Kinder ermäßigt 7 Euro) abgehalten werden – auf Wunsch auch op Kölsch!

Da ich die Grabstelle, neben der in einer Glasbox der postum verliehene Deutsche Comedypreis für Bach steht, zunächst nicht finde, trotte ich der 15 Uhr-Gruppe unauffällig hinterher und erfahre von dem Leiter der Führung nicht nur den Standort von Bachs Grab, sondern auch, dass dies eines jener Wurzelgräber des Melaten ist, in denen sich nur eine Urne befindet, aber auf Grund des nahen Wurzelwerks kein Sarg.
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Grab von Hans Böckler auf dem Melaten Friedhof

Grab von Hans Böckler auf Melaten Friedhof

Grab von Hans Böckler

In der Nähe des Millowitsch-Grabs, am Flur 60A, steht eins der auffälligsten Gedenksteine dieses Friedhofs. Es ist das Grab des Politikers und Gewerkschaftsfunktionärs Hans Böckler (1875-1951). Als „Kuppel“ des Grabsteins hat sein Erbauer ihm ein Zahnrad aufgesetzt, ein Symbol des Arbeitskampfes.

In dicken Blockbuchstaben liest sich sein Name darunter, der fast um die ganze Säule geht. Rechts und links flankieren zwei Kränze die Stelle, an denen je ein deutscher und ein Kölner Wimpel angebracht sind.

Hans Böckler wurde nach seinem Tod Ehrenbürger der Stadt Köln. Er baute nach dem Krieg die Gewerkschaften im Rhein-Ruhr-Gebiet prägend mit auf, im Krieg wurde er der Mitwisserschaft am Hitler-Attentat 1944 verdächtigt und tauchte unter. In Köln kennt heute jeder den Hans-Böckler-Platz, unter anderem Haltestelle der KVB-Linien 3,4, 16 und von Regionalzügen.
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Grab von Heinz G. Konsalik auf dem Melaten Friedhof

Grab von Heinz G. Konsalik auf Melaten Friedhof

Grab von Heinz G. Konsalik

Einer, dessen Name ich lediglich kannte, aber nicht seine Rolle, die er in der Gesellschaft einnahm, liegt hier begraben. Heinz G. Konsalik (1921-1999) war ein in Köln geborener Schriftsteller, der vor allem durch seine Bücher über den Zweiten Weltkrieg bekannt wurde.

Sein Werk wurde nach seinem Ableben kontrovers diskutiert, seine genauen Attitüden sind nicht restlos geklärt. Nichtsdestominder war er allerdings, laut Wiki, einer der am meisten Asche machenden deutschen Bücherschreiber aller Zeiten.
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Grab von Nikolaus August Otto sowie ein paar Insider

Grab von Nikolaus August Otto auf Melaten Friedhof

Grab von Nikolaus August Otto, Erfinder des Ottomotors

Ganz schön unscheinbar ist das Grab des Ottomotor-Erfinders Nikolaus August Otto (1832-1891). Dies liegt sicher an der Entfernung zu der kleinen Schrift durch die lange Grabplatte, die man einnimmt, wenn man dort entlangschlendert. Allerdings befindet sich das Grab in der Nähe anderer Industriegrößen, sodass man mit ein paar Verdachtsmomenten gewappnet, durchaus drauf stoßen kann.

Familiengrab Clouth auf dem Melaten in Köln

Familie Clouth, zu Geld gekommen mit allerlei Kunststoffprodukten

Man muss manchmal nur die Ohren spitzen. Ein waschechter Kölner, der vor mir spaziert, erzählt seiner Friedhofsbegleitung allerhand Insider über diesen oder jenen Verblichenen. Die Familie Clouth, und er weist auf eine riesige Grabesanlage neben ihm, sei „unglaublich reich durch das Geschäft mit Parisern“ geworden. Oh! Bitte mehr davon!
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Familiengräber Unkelbach und Trimborn auf dem Melaten Friedhof

Familiengrab Unkelbach auf Melaten Friedhof

Familiengrab Unkelbach auf dem Melaten Friedhof

Aber sicher doch – einmal ins Erzählen gekommen, hört die Kölner Schnüss so schnell nicht auf! Hier stehen wir zum Beispiel vor dem Familiengrab Unkelbach. Dies hat mit dem Brauhaus in Köln-Klettenberg eher weniger zu tun als mit der „letzten männlichen Jungfrau des Kölner Dreigestirns“ 1935 im Kölner Karneval.

Dies war nämlich der 2012 gestorbene Arnold Unkelbach, dessen Vater im selben Jahr sogar der „Prinz des Karnevals“ werden sollte. Dies klappte nicht, aber trotzdem ist A. Unkelbach eine geschichtsträchtige Person.

Familiengrab Trimborn auf Melaten Friedhof

Familiengrab Trimborn – ist die Trimbornstr. in Köln nach ihnen benannt?

Cornelius Balduin Trimborn, auch nicht den allermeisten bekannt, ist das Familienoberhaupt der Trimborns, nach denen in Köln ebenfalls eine Straße benannt ist (Genau weiß ich das aber nicht, manche Quellen erwähnen auch den Maler Hans Trimborn als Namensgeber. Hierzu könnt auch ihr gerne einen Kommentar mit euren Informationen schreiben).

Trimborn war ein Jurist und saß im Deutschen Reichstag. Er hatte mit seiner Frau Antoinette Clementine 15 Kinder, darunter Karl Trimborn, ebenfalls Jurist und Politiker. Das prunkvolle Familiengrab Trimborn befindet sich zwischen Lit. V und W auf dem Melaten.
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Grab von Willi Ostermann („Ich möch zo Foß noh Kölle gon“)

Die inoffizielle Kölner Stadthymne wurde von keinem Geringeren als Willi Ostermann (1876-1936) geschrieben. Dabei hatte er sie erst kurz vor seinem Ableben einem Freund diktiert gehabt. Im Video hört ihr das Original, von Willi selbst zum Besten gegeben!

Das schlicht wirkende Grab gehört zu einem der fleißigsten Textern rheinischer und kölscher Karnevalslieder. Willi Ostermann, der ob seiner roten Haare „jlöhndije Fuss“, der glühende Fuchs, genannte Dichter, schrieb auch Musik zu drei Filmen. Die Kölner werden ihm noch lange ein ehrendes Gedenken bewahren.

Grab von Willi Ostermann auf Melaten Friedhof

Grab von Willi Ostermann auf dem Melaten Friedhof

Wo wir schon einmal bei kölschen Karnevalsschlagern sind, darf in dieser Auflistung zu guter Letzt der Prominentengräber natürlich auch der folgende nicht fehlen…
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Grab von Jupp Schlösser auf dem Melaten Friedhof

Grab von Jupp Schlösser auf Melaten Friedhof

Grab von Jupp Schlösser

Gleich in der Nähe von Willi Ostermann ruht sein Kompagnon Jupp Schlösser, der Ostermann wesentlich beeinflusste. Nebenbei wäre diese Auflistung, obschon sie es ohnehin nicht ist, erst recht jedoch nicht vollständig, wenn wir niemanden aus Köln mit dem schönen Namen „Jupp“ hier porträtierten!

Ebendieser Schlösser (1902-1983) schuf mehr als 50 deutsche Karnevalslieder, die sich auch überregional gut verkauften. Darunter „Die Hüsjer bunt om Aldermaat“ oder auch „Schau nicht auf die Uhr“ von 1952 (der Prinz möge es mir verzeihen).

Zum Schluss wenden wir den Blick noch einmal in einer kurzen Galerie auf andere, weitgehend namenlose Gräber des Melaten Friedhofes, um dessen Besonderheit auch noch einmal bildlich darzustellen..
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Grab von Guido Westerwelle auf dem Melaten 2016

Grab von Guido Westerwelle

Hier ruht Ex-Außenminister Guido Westerwelle (gestorben 2016)

Der gebürtige Bad Honnefer Guido Westerwelle (1961-2016) hatte schon zu Lebzeiten festgelegt, einmal auf dem Melatenfriedhof beerdigt zu werden. Der langjährige Vorsitzende der FDP und Ex-Außenminister starb im März 2016 an einer Krebserkrankung.

Guido Westerwelle prägte seine Partei, die Freien Demokraten, über einen sehr langen Zeitraum. Der offen homosexuell lebende Politiker ging keiner politischen Auseinandersetzung aus dem Weg, galt mal als schrill, mal als sensibel, aber immer sachlich.

In seinen letzten Jahren gewann er viele Sympathien (zurück), als er mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit ging und andere ermutigte, diesen grässlichen Kampf gegen den Krebs anzunehmen und nicht dranzugeben.

Kurz nach der Beisetzung im engsten Familienkreis um Westerwelles Mann Michael Mronz entdeckte so mancher Trauernde, der das Grab auf der sogenannten Millionenallee des Melaten aufsuchte, ein falsches Geburtsdatum auf dem Grabeskreuz. Dieses wurde ein paar Tage später korrigiert.

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Grab der 10 unbekannten Fliegeropfer

Grab der 10 unbekannten Fliegeropfer auf Melaten Friedhof

Grab der 10 unbekannten Fliegeropfer auf dem Melaten Friedhof

Grab eines Musikers

Grab eines Musikers auf Melaten Friedhof

Grab eines Musikers auf dem Melaten Friedhof

Weißes Grab auf dem Melaten Friedhof

Grabanlage in Weiß auf dem Melaten Friedhof

Grabanlage ganz in Weiß auf dem Melaten Friedhof

Gruft auf dem Melaten Friedhof

Gruft auf dem Melaten Friedhof © 2015 Landesblog NRW

Frei von Wurzelwerk: eine Gruft auf dem Melaten Friedhof

Blumengesteck als Grabschmuck

Herz aus Blumengesteck auf Grab

Herz aus Blumengesteck auf einem Grab

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Ja, der Melaten ist wirklich eine besondere Gedenkstätte. Nichtsdestotrotz birgt auch er Merkmale und Gegebenheiten eines ganz normalen Friedhofs. Auch hier gibt es Probleme mit den Anbauten, auch hier muss die Friedhofsverwaltung mitunter Notizen an die Grabsteine heften, dass die Grabmiete abläuft, und auch hier will man irgendwann auch wieder fort 😉

PS: Die Feldsteine auf dem Melaten, die einen auf den richtigen Pfad führen sollen, sind sehr verwirrend, oder zumindest schwer lesbar. So behalf ich mir beim Navigieren der relativen Positionen eines Grabs zum anderen. Also unbedingt einen grafischen Plan mitnehmen!

Bis zum nächsten Mal, dann wieder unter Lebenden!

Euer Thilo

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