Fahrradstaender am Bahnhof am Brueckentag © 2016 Landesblog NRW
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Was am Brückentag alles anders ist – Pendlergeschichte #13

Der Mai ist der Monat der Brückentage. Gut für Schüler, deren Direktor den Freitag als beweglichen Ferientag deklariert. Gut für Urlauber, die das lange Wochenende zu einem Trip nach Holland nutzen. Gut für Einbrecher, die all jenen genau dann in die Bude steigen. Und zu guter Letzt toll für alle Arbeitnehmer. Es sei denn, man ist verpflichtet, die Stellung zu halten, zumindest an einem der Brückentage diesen Monat. Man ist zwar ob dessen eine arme Sau, aber das Pendeln zwischen Köln und Bonn ist ganz anders als sonst. Und ich zeige euch heute, warum.

Das einsame Fahrrad am Bahnhof Hersel (oben) war zwar nicht meins, allerdings entspricht es der Anzahl der Fahrgäste, die am vorgestrigen Freitag auf die Straßenbahn warteten. So ruhig und spacig ist es selten. Da kommt sogar die Bahn pünktlich. Warum auch nicht, steigt ja kaum einer ein.

Puenktliche Bahn am Brueckentag © Landesblog NRW

Am Brückentag kommt sogar die KVB pünktlich!

Einsame Haltestellen am Brückentag – KVB goes Wild West

Man verfügt da, wo sonst zur Stoßzeit acht Leute um 4 Schalensitze konkurrieren, über enorme Auswahlmöglichkeiten. Ohne einer anderen Eisenbahngesellschaft zu nahe treten zu wollen, aber ihr könnt Dinge tun, die wohl sonst nur bei der Erzgebirge- oder Inselbahn möglich sind:

  • Beine ausstrecken
  • aus dem Fenster schauen
  • Gepäck auf den Stuhl neben sich legen
  • zwischen Fenster- oder Gangplatz wählen
  • die Tür selbst bestimmen, an der man aussteigen will.

So erübrigen sich auch die Ansagen des Fahrers, jedwede Türen freizumachen. Im Prinzip könnte man sogar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, nicht erwischt zu werden, sogar schwarzfahren.

Phänomene an der Severinstraße – heute nicht!

An der Haltestelle Severinstraße in Köln, nahe Deutschland Voucher, treten morgens einige Phänomene im Verhalten von Fahrgästen und Bahnen zu Tage. Einige sind psychologisch bedingt, bei anderen rätselt man noch an der Ursache. Welche sind das, und warum treten sie am Brückentag nicht auf?

Ausfälle der Linie 4 an der Severinstraße nach 8.30 Uhr

Haltestelle Severinstrasse am Brueckentag © Landesblog NRW

Verzierung an der Haltestelle Severinstraße in Köln

Ich weiß nicht, ob mein Kollege Moritz, bekennender Frühdienstler, seiner Bahn der Linie 4 kurz vor der Wendeschleife, vor der wir alle aussteigen, noch einen kräftigen Schubs gibt. Denn nur das würde begreiflich erklären, warum die Linie 4 in schöner Regelmäßigkeit in der Zeit ab 8 Uhr 30

  • enorme Verspätungen erfährt,
  • dadurch extrem überfüllt ist,
  • oder ganz ausfällt.

Es ist ein Phänomen, auf das man sich eigentlich schon verlassen kann, wenn man morgens aus dem Tunnel steigt oder von oben die Treppe herabkommt. Comments, anyone?

Messebesucher – Hauptsache, ich schaff’s noch mit rein!

Haltestelle Severinstrasse von oben © Landesblog NRW

Severinstraße von oben

In der Theorie (aber auch nur da) kommt an der Severinstraße alle 5 Minuten eine Linie 3 oder Linie 4, um Messebesucher und -bauer nach Deutz zu fahren. Um die Severinstraße herum sind einige Hotels angesiedelt, was dort für entsprechendes Fahrgastaufkommen sorgt. Die Linien 3 und 4 nehmen einen unterschiedlichen Fahrtenverlauf, allerdings gabelt sich die Linie 3 erst zwei Stationen nach der Messe nach Osten ab.

Jetzt könnte man ja denken, dass Reisende mit dem Ziel Deutz/Messe, jene ja beide Linien dorthin führt, einen einfahrenden, proppevollen Zug meiden und stattdessen auf die zwei Minuten später eintreffende, nächste Verbindung warten. Bei so einer Fahrtenstandsanzeige meine ich:

Fahrtenstandsanzeiger Severinstraße

Psychologie von Fahrgästen verstehen lernen…warum springen jetzt alle in diesen Zug??

Fälle von überfüllter KVB gibt es zuhauf, und natürlich will man nicht zu spät kommen. Aber kennen bzw. lesen so viele Ortsfremde das Liniennetz nicht?

Nein, aus eigener Beobachtung weiß ich, dass auch viele Einheimische jetzt nicht einfach zurücktreten und den Massen entspannt beim Ersticken zusehen, sondern sich auch in den Zug werfen. „Hauptsache, ich schaff’s noch!“

Nur hält die KVB sehr oft, wenn es eine zu große Verspätung gibt, an Station X kurze Zeit später an (gibt’s echt, siehe Linktipp unten) und bittet alle zum Ausstieg, um den Fahrplan nicht noch mehr zu crashen. Dann rücken alle also wieder in die nächste Bahn, kommen doch die Minute später, und ich bekomme doch noch mein Klaustrophobie-Abo.

Murphy’s Gesetz am Brückentag – ist die Bahn leer…

Rad und Reifen eines Bus © Landesblog NRW

Macht die Bahn 1x, was sie soll, verweigert der Bus an diesem Tag, was er sonst immer tut

Im Prinzip hätte der Brückentag ohne Schwierigkeiten zu Ende gehen können. Doch schon Murphy wusste:

Wenn die Bahn ausnahmsweise mal keine Zicken macht, fährt der Bus, der sonst immer zwei Minuten zu spät eintrifft, an diesem Tage zwei Minuten zu früh los.

Oder gar nicht. Naja, ich kann es zumindest nicht nachprüfen. Des Tages Abschluss ist ein Reziproke seines Beginns, was übrigens auch fürs Wetter gilt. Im Regen warte ich auf einen halbstündlich kommenden Bus, entscheide mich dann aber doch, mit dem RB weiterzufahren.

Im Regen auf den Bus warten © Landesblog NRW

Im Regen warten

So komme ich dann doch noch nach Hause, und freue mich bereits auf den nächsten Brückentag. Was habt ihr am Freitag erlebt? Schreibt es mir in die Kommentare!

Bis nächstens,

euer Thilo

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