Hamsterkäufe aus Düsseldorfer Supermarkt

Positives in Düsseldorf in Zeiten von Corona?

Ich weiß gar nicht mehr, wann genau sich das öffentliche Leben in Düsseldorf so spürbar wie jetzt zurückgezogen hat. Schrittweise verwandelt sich die Stadt im Zuge der subjektiven (persönliches Angstmaß) und objektiven (Kontaktverbot, Einlassbeschränkungen, Restaurantschließungen) Impacts in eine andere. Unternehmen melden Kurzarbeit oder Entlassungen an, es gibt kaum noch Toilettenpapier zu kaufen, und die Isolanis drückt nicht nur den Menschen in Quarantäne aufs Gemüt.

Gibt es dabei überhaupt nichts Positives zu berichten? Etwas, was uns hilft, nach vorne zu blicken – oder zu bemerken, wie sich Düsseldorfer untereinander helfen? Wir haben uns einmal umgesehen und –gehört.

Hamsterkäufe in Düsseldorfer Supermärkten

Ist das im Bild oben ein Hamsterkauf? Wohl nicht. Die dominierende Ware, Wasserflaschen, stammt aus zwei verschiedenen Supermärkten, und stellt nebenbei auch kein Produkt dar, das die Verbraucher in der Krise hauptsächlich anvisieren.

Leere Regale findet ihr schon seit längerem, wenn ihr auf der Suche seid nach:

  • Toilettenpapier und Küchenrollen,
  • Desinfektionsmittel und Seifen,
  • Gummihandschuhe,
  • Mehl und Hefe,
  • Teilweise Konserven und Babynahrung.

Wasser kommt eben im Falle des Falles auch aus dem Hahn zuhause.

Wie organisieren Supermärkte den Ansturm?

Abstandsmarkierungen im Supermarkt in Düsseldorf

Supermärkte gehören dieser Zeiten zu den (wirtschaftlichen) Gewinnern der Corona-Krise. Was man vom überlasteten Personal nicht unbedingt behaupten will. Neben Schutzglas an der Kasse und der Diskussion um eine etwaige Mundschutzpflicht gibt es für Kunden auch Abstandshalter an den Kassen und Theken, sowie Einlassbeschränkungen.

Darüber freut sich eine zweite Gewinnerbranche, die Security-Männer nämlich, die jedoch nicht von allen Märkten beauftragt werden. In sehr engen Läden stehen sie an beiden Ausgängen und zählen mit, wie viel Kunden im Markt drin sind. In anderen Läden behilft sich der Eigner mit der „Einkaufswagenpflicht“ (siehe oben).

Einkaufswagenpflicht Schild

Dadurch, dass jeder einen der in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehenden Wagen nutzen muss, kann automatisch auch kein Kunde zu viel auf einmal im Laden sein. Nebenbei sorgen die Dinger beim Vorsichherschieben auch nochmal für etwas Abstand. Eine tolle Idee, wenn sie denn so gedacht ist ;-).

Was hat zu, wer gibt Extrarabatte in Düsseldorf?

Soweit durch die Beschlüsse bekannt, mussten nach und nach alle Betriebe mit Publikumsverkehr ihre Pforten in ganz Deutschland schließen. Zuletzt traf es die Friseure und Reinigungsbetriebe. Behörden wie das Ausländer- oder das Standesamt sind schon längst dicht.

Geöffnet haben derzeit noch:

  • Supermärkte und Nahrungsmittelangebote (Kiosks, Wochenmärkte),
  • Tankstellen,
  • Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser,
  • Handwerksbetriebe,
  • Post und Banken teilweise,
  • der ÖPNV mit eingeschränktem Angebot (Samstagsfahrplan unter der Woche).

Da kann man schon mal auf die Idee kommen, per Sonderangebot alles rauszuhausen, was geht. So wie Heinemann. Wer irgendwie kann, versucht seine Ware ab sofort auch zum Mitnehmen anzubieten (das dürfen Restaurants noch) oder sich einen Onlineshop zu zimmern. Das dauert jedoch.

Tipp für Düsseldorfer Restaurants und natürlich ihre Stammgäste zur Unterstützung der Wirte in der Krise:

paynoweatlater.de

Ja, gibt’s denn sonst keine Hoffnung?

Im Vergleich zu Italien, China oder den USA geht es uns vergleichsweise noch gut. Jedoch gewöhnen will man sich an solche Zustände nun nicht. Gibt es denn keine Lichtblicke?

Corona Care

Doch, und zwar in Form von Corona Care. Hier schließen sich Menschen zusammen, von denen manche mehr und manche eben weniger Möglichkeiten haben. Sei es Mobilität, Zeit oder Geld. Aushänge wie den oben seht ihr in eurer Stadt jetzt häufiger, vor allem, wenn ihr ihn selbst aufhängt.

Weniger Verkehr auf der B7 & Co.

Es entschwinden mehr und mehr Leute ins Home Office, oder bleiben aus anderen Gründen eben daheim. Das wirkt sich auch auf den Verkehr in Düsseldorf aus. So frei hat man die Straßen selten gesehen. Und die Kraftstoffpreise sind ein Traum.

Alles vorbei, wenn die Rush Hour wiederkommt, meinen Experten? Okay, aber jeder Rußpartikel weniger zählt.

Window Shopping in Düsseldorf

Window Shopping in Zeiten von Covid19
Bei qnOOtsch in Oberkassel

Kleine Läden, die nicht systemrelevant sind, geben nicht auf! Auch sie machen einen “Außerhaus-Verkauf” – darunter Buchläden und Geschenkeshops. Wann immer ihr also auf der Luegallee dieses Schild vor dem Kinderspielzeug- und Geschenkeartikelshop qnOOtsch seht – es kommt gleich jemand an die Tür und bedient, berät.

Streamingdienst watch it TV reduziert Datenrate

Durch die vermehrte Heimnutzung des Internets droht es zu einer Überlastung des Netzwerks zu kommen, fürchten viele im Home Office. Die ersten Firmen wie der Streamingdienst watch it! TV aus Düsseldorf steuern da bereits im Sinne von Corona Care gegen.

„Cellfish hat überall dort, wo es möglich ist, zum Beispiel bei unserem Streamingangebot von watch it! TV, die Datenübertragungsrate reduziert. Dadurch ist die gewohnte Bildqualität minimal beeinträchtigt, fällt den meisten unserer Kunden jedoch gar nicht auf.“

Geschäftsführer Regis Werlé gegenüber unserer Redaktion

„…was tut eigentlich die Polizei?“

Die Polizei ist in der Krise normalerweise Held und Beschützer. Zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben, der Verbrechensbekämpfung und –verfolgung, müssen die Beamten zur Zeit aber noch einer weiteren, unangenehmen Task nachkommen: der Durchsetzung des Kontaktverbots.

Das bedeutet, dass sie entweder Hinweisen aus der Bevölkerung nach unerlaubten Menschenansammlungen nachgeht oder an sich öffentliche Räume wie Spielplätze, Parks und Promenaden kontrolliert. Laut Verfügung ist es verboten, sich außerhalb der Familie und in 1 Haushalt lebenden Personengruppen zu mehr als 2 Personen zu treffen.

Gut findet das längst nicht jeder, Jugendliche zum Beispiel wollen die unverhoffte Freizeit am liebsten in größeren Gruppen verbringen, zumal bei diesem Wetter. Solange aber der Befehl zur Herdenimmunität noch nicht erteilt wurde, ist Fußballspielen im Park kontraproduktiv.

Jung und Alt müssen sich gegenseitig unterstützen

Wir erleben 2020 einen Systemumbruch, wie wir es wahrscheinlich seit der Pest in Europa noch nicht erlebt haben. Das bedeutet auch, dass wir zusammenhalten müssen. Vor allem, bis man mehr über Mortalität, Krankheitsverläufe und Impfchancen weiß.

Jeder kann zuhause etwas tun, was der Gesellschaft weiterhilft. Näht Atemschutzmasken, kauft für eure betagten Nachbarn ein, produziert etwas “für dazwischen” oder schreibt einen Blog! Auch Nichtstun hilft, wenn man es in den eigenen vier Wänden tut.

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